Unsere "Schneeflocke" Lumihiutale

Wie ich bereits zu Anfang andeutete, war Lumi ein Welpe, der mit allen Wassern gewaschen war und bei dem man immer auf der Hut sein musste und nie wusste, was ihm im nächsten Moment einfällt.

Frösche

Besonders gut in Erinnerung, weil extrem eklig, ist mir ein Erlebnis, das Lumi mir bereits in Welpentagen bescherte. Er hatte die Angewohnheit, auf jedem Spaziergang auf dem Rückweg ein Stöckchen aufzuschnappen und mit zu schleppen. Ich ließ ihn, wollte aber nicht, dass er es mit ins Haus nimmt. Eines schönen Tages kaute Lumi wieder auffällig, als wir zur Haustür kamen. Es musste etwas Besonderes sein, denn er versuchte, sich an meinen Beinen vorbei ins Haus zu drängeln. Ich hielt ihm die Hand unter das Maul mit dem Befehl "Lumi aus!" Lumi hustete einmal kurz und etwas fiel in meine Hand. Als ich genauer hinschaute, entpuppte es sich als toter Frosch, der bereits in den Verwesungszustand übergegangen war. Ich sah ihn nicht genau an, sondern warf ihn mit lautem "IHHHHHHH" in den Vorgarten. Einige Tage später schaffte Lumi es, das Tier erneut zu ergattern und unauffällig ins Haus zu schmuggeln. Wir fanden die schwarzen, verwesten Froschbeine neben seinem Futternapf in der Küche wieder.

Frösche, besonders wenn sie verwest und briefmarkengleich plattgefahren auf der Strasse lagen, waren und blieben seine große Leidenschaft. An Pferdeäpfeln, Kuhdung etc. konnte er im Gegensatz zu Fiala vorbei gehen.... an toten Fröschen nie.

Sacktage...

Auch seine Leidenschaft für Gelbe Säcke gehören in die erste Zeit. 14tägig werden bei uns die Gelben Säcke abgeholt und dieser Montagmorgen, wenn überall die Säcke an der Straße standen waren von Anfang an die "Horrortage". Von Anfang an ist vielleicht falsch gesagt, eigentlich erst seit diesem Tag....

Dass der Duft, den diese Säcke verströmen, für einen Hund interessant ist, leuchtet ein. Also behielt ich Lumi die ersten Wochen im Auge, wenn er an den Säcken schnüffelte. Ich wusste, dass unsere Nachbarn eine Katze haben und die leeren Dosen vom Katzenfutter sich grundsätzliche in diesen Säcken befinden. Nach einigen Wochen lief er unbeteiligt daran vorbei. Danach wurde ich nachlässig. Ich achtete auf Fiala und nahm nicht wahr, dass Lumi zurück geblieben war. Fiala fand an irgendetwas Undefinierbarem Interesse und ich musste darauf achten, dass sie nichts fraß. Schließlich war kürzlich ein Hund aus der Nachbarschaft mit Vergiftungserscheinungen gerade noch gerettet worden. Als ich mich wieder zu Lumi umdrehte, war es zu spät:

Ein gelber Sack lag zerfetzt auf der Strasse, der Inhalt war fein säuberlich verteilt. Unser Lumi saß mittendrin im Chaos mit der Nase in einem Glas mit Nudelsoße. Mir blieb nichts anderes übrig, als nach Hause zu gehen, einen neuen Sack zu holen und morgens um halb sieben die Reste von der Strasse zu sortieren. Fortan ließ ich Lumi an "Sacktagen" nie mehr aus den Augen.

Aber das machte nichts, schließlich hatten wir auch eigene Säcke, die wir auf der Terrasse lagerten. Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem er auch hier aus einem Sack "Kleinholz" machte. Die Milchtüten fanden wir noch Wochen später halb vergraben im Garten.

Papier in allen Variationen....

Lumi war ein Arbeitszimmerhund. Die ersten Nächte verbrachten wir gemeinsam im Arbeitszimmer. Lumi erwachte um 2 Uhr nachts und spielte bis ungefähr 4 Uhr. Um die Familie nicht zu wecken, akzeptierten wir das zunächst und ich ging mit ihm hinunter. Ungefähr 1-2 Wochen arbeitete ich regelmäßig nachts von 2-4 Uhr. In dieser Zeit tobte Lumi durch das Haus, zerfetzte alles, was papiermäßig aussah. Die Papierkörbe im Arbeitszimmer waren mit Plastiktüten ausgekleidet. Jedenfalls bis Lumi diese entdeckte. An dieser Leidenschaft bin ich nicht ganz unschuldig. Als ich einmal die Mülltüten wechselte, war Lumi leicht irritiert, als ich die Tüte aufschlug. Das Knistern gefiel ihm nicht. Also füllte ich eine Knistertüte mit Papierfetzen aus dem Zerkleinerer und warf sie ihm hin. Er stürzte sich darauf und ab sofort hatte er ein neues Lieblingsspielzeug. Er nahm Anlauf und schmiß sich auf die Tüte. Das ging ungefähr 5 Tage gut. Dann entdeckte er, dass man Löcher hineinknabbern und den Inhalt im Haus verteilen kann. Die Tüte kam weg und er machte sich auf die Suche nach Ersatz. Den er in den Tüten der Papierkörbe fand. Papier wurde zerkaut. Er erlangte nie die Intelligenz zu erkennen, welche Papiere wir noch brauchen. Noch einen Monat vor seinem Tod zerlegte er ein Fax mit einer Kalenderbestellung, so dass ich mittels der Faxeingangsberichte kleinlaut um eine Kopie bitten musste. Toilettenpapier rollte er durch das gesamte Haus, wenn man vergaß, die Tür zu schließen. Und das kommt bei zwei jüngeren Kindern im Haushalt recht häufig vor.... Am meisten liebte er aber Taschentücher. Möglichst gebrauchte. Jede Erkältung der Familienmitglieder waren für Lumi ein Anlass zum Freudenfest. Zwar entsorgen wir Taschentücher normalerweise sofort in der Toilette, aber eben nicht nachts. Nachts werden sie unter das Kopfkissen gestopft. Lumi entwickelte ein System, sich lautlos anzuschleichen, seine Nase unter das Kopfkissen zu stecken und mit der "Trophäe" ungesehen zu entkommen. Die fand man schließlich irgendwo in Einzelteile zerlegt.

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